11. Mitgliederversammlung und Fachtagung in Freising

„Schön, dass du da bist!“ – diese Worte gehören zur Franz-Kett-Pädagogik GSEB und fanden bei der diesjährigen Mitgliederversammlung und Fachtagung des Instituts wieder einmal vielfältigen Ausdruck. Für viele Mitglieder des Vereins und Freunde der Franz-Kett-Pädagogik GSEB ist es mittlerweile zu einer lieben Gewohnheit geworden, Anfang des Jahres zur Fachtagung zu fahren. In diesem Jahr trafen wir uns im Pallotti-Haus in Freising …

Auftakt für die Jahrestagung war – wie immer – die Mitgliederversammlung am Freitagabend. Die vielfältigen Berichte aus den Zuständigkeitsbereichen des Vereins gaben den Anwesenden auch in diesem Jahr wieder interessante Einblicke in die Arbeit des Vorstands und der verschiedenen Gremien sowie der Arbeit einzelner Vereinsmitglieder in unterschiedlichen Regionen und Ländern. Und natürlich gab es auch in diesem Jahr einige Anträge, die von den Mitgliedern Diskussionen und Beschlüsse erforderten.

In besonderer Weise haben uns in diesem Jahr nochmals die Namensänderung des Instituts und die Markeneintragung beschäftigt, die bereits im Jahr 2017 beschlossen worden waren. Die Mitgliederversammlung hat sich für eine Modifizierung des Namens in „Institut für Franz-Kett-Pädagogik GSEB e.V.“ entschieden. Diese Änderung war notwendig, um eine Verwechslung mit ähnlichen Namen zu vermeiden.

So konnten wir uns auch alle beherzt an die Weiterentwicklung unseres Leitbildes zur Franz-Kett-Pädagogik GSEB machen. Bereits im vorigen Jahr hatten wir bei der Mitgliedersammlung dazu Ideen entwickelt und Zukunftsperspektiven formuliert. Unter der Anleitung von Christian Domes, Pastoralreferent und Supervisor aus Passau, haben wir in Kleingruppen fünf Themenbereiche bearbeitet. Jede Gruppe hatte den Auftrag, aus ihrem Thema die drei bedeutendsten Punkte herauszufiltern und dazu Textentwürfe zu erstellen. Es ist und bleibt ein spannender Prozess, den wir hier als Verein miteinander gehen und es ist gut, dass wir uns als Vereinsmitglieder aktiv an dieser Leitbildentwicklung beteiligen und einbringen können.

Die Mitgliederversammlung fand ihren Abschluss in Ehrungen und der Überreichung von Zertifikaten. Der Vorstand konnte auch in diesem Jahr wieder ein paar neue „Multiplikatorinnen“ mit der Überreichung eines Zertifikats beglückwünschen. Außerdem wurde eine Vielzahl von Zertifikaten mit der neuen Qualifikationsbezeichnung „Franz-Kett-Pädagoge GSEB/Franz-Kett-Pädagogin GSEB“ überreicht, deren Einführung bei der Mitgliederversammlung 2018 beschlossen worden war.

Am Samstag führte uns dann Christian Domes durch die diesjährige Jahrestagung, die er mit dem Titel „Leitung – Anleiten wie Jesus“ überschrieben hatte. Das Leiten und Anleiten von (Kinder-) Gruppen ist ein wesentlicher Bestandteil der Franz-Kett-Pädagogik GSEB. Da kann es spannend und lohnenswert sein, nach Vorbildern und Richtungsgebern Ausschau zu halten. Christian Domes, Pastoralreferent und Supervisor, gab uns durch seinen Vortrag und sein methodisch-didaktisches Arbeiten bei der Fachtagung die Möglichkeit, uns mit dem Menschen Jesus und seiner Reich-Gottes-Lehre zu beschäftigen und danach zu fragen, wie sein Umgang mit den Menschen uns als Vorbild für unser „An-Leiten“ dienen kann.

In seinen theoretischen Ausführungen lenkte Christian Domes unseren Blick zunächst auf das Leben Jesu, seinen Kontext, sein Werden und seine Entwicklung. Es ging dabei um die Frage, wie Jesu Wirksamkeit und sein sich entwickelndes Selbstverständnis zur Hilfe für unser eigenes pastorales Wirken und für unser Leitungsverhalten in der Franz-Kett-Pädagogik GSEB werden können. Domes bezog sich bei seinen Ausführungen auf die biblischen Erkenntnisse von Frau Dr. Sabine Bieberstein, die an der Kath. Fachhochschule in Eichstätt Religionspädagogik lehrt.

Jesu Vorbild zeigt, dass das „An-Leiten“ von Menschen keine Kopfsache ist, sich nicht im Lehren und Unterweisen vollzieht, sondern über das miteinander Leben und darin, Erfahrungen miteinander zu teilen. Und Inklusion im Sinne Jesu verstanden, meint dann: „Wir sind alle ein Volk. Wir gehören zusammen. Manche von uns brauchen mehr Unterstützung und Begleitung als andere.“ Jesus selbst hat diese Haltung konsequent und authentisch gelebt, und zwar aus seiner Reich-Gottes-Botschaft heraus. Er hat sein Verständnis, dass das Reich Gottes bereits DA ist und für ALLE gilt, konsequent und in allen Bezügen gelebt. Er hat die Menschen „an-ge-leitet“ durch sein Leben und Handeln.

Im Anschluss an seinen Vortrag gab Christian Domes den Teilnehmer(inne)n der Fachtagung die Gelegenheit, sich in Kleingruppen und in selbst gewählten Bibelstellen selbst auf die Suche danach zu machen, wie Jesus den Menschen begegnet ist, wie seine Antworten und Impulse Menschen gegenüber waren, was er aufgedeckt bzw. bei Menschen an neuen Erfahrungen und Erkenntnissen hinzugefügt hat. Es entstand ein lebendiger Austausch in den Kleingruppen, der viele „neue“ Aspekte in scheinbar bekannten und vertrauten Bibelstellen zutage brachte.

Ergänzend zu dieser Gruppenarbeit am Vormittag führte Christian Domes am Nachmittag in einer praktischen Einheit einen Bibliolog durch. Diese Methode ist geeignet, um bei einer Bibelstellen Zugänge zu eigenen Lebensbezügen hervorzubringen. Es geht darum, den Raum zwischen den gedruckten Worten „aufzuschließen“ und die Emotionen, die zwischen den Worten eingefangen sind, freizulegen. Es war sowohl für die am Bibliolog Beteiligten als auch für die Zuschauenden spannend, welche Gefühle und Gedanken hinter dem geschriebenen Wort durch die Methode zutage kamen.

Im Anschluss an diese Einheit arbeiteten die Kleingruppen vom Vormittag nochmals an ihren gewählten Bibelstellen weiter und entspannen Ideen für eine methodisch-didaktische Umsetzung der biblischen Inhalte im Sinne der Franz-Kett-Pädagogik GSEB. Es entstanden viele neu inspirierte Ideen, die „Lust auf mehr“ machen. Auf diese Weise und mit einem Gottesdienst fand die Fachtagung am Samstag einen gelungenen Abschluss.

Am Sonntagvormittag ließ uns Franz Kett teilhaben an seinen aktuellen Gedanken und Überlegungen zu unserer Pädagogik, die Menschen ganzheitlich-sinnorientiert Erziehen und Bilden möchte. „Dasein als Sinn“ – „Verbunden sein als Sinn“ – „Dasein bejahen“ – „Gott als letzten Sinn- und Seinsgrund entdecken“ – „Sinnbilder schauen“ … sind nur einige der Begriffe, die uns Franz Kett durch seine anschauliche Art und zahlreiche persönliche Beispiele wieder einmal auf eindrückliche Weise nahe gebracht hat.

Es war rundum eine gelungene Jahrestagung in Freising. Dank an alle, die an der Organisation, Vorbereitung und Durchführung dieser Tage beteiligt waren und Dank an alle, die durch ihr Dasein und Mittun ihren je individuellen und einzigartigen Beitrag geleistet haben. Restlichen Bilder

Susanne Kopp, Göppingen

 

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