Bericht zur Mitgliederversammlung und Fachtagung im Januar 2020

Zum 12. mal waren die Mitglieder des Instituts für Franz-Kett-Pädagogik GSEB vom 17.01. bis zum 19.01.2020 nach Freising in das Pallottihaus zur Mitgliederversammlung und zur Fachtagung eingeladen …

Für viele der teilnehmenden Personen ist dieser Termin inzwischen so etwas wie ein Familientreffen. Eine Familie, die sich jedoch ständig verändert und zu unserer Freude auch vergrößert. Auch in diesem Jahr nahmen nicht nur Teilnehmer*innen aus Deutschland, sondern auch aus der Schweiz und Tirol, aus Österreich, Ungarn, Tschechien und Rumänien teil.

Am Freitag begann das Treffen mit der Mitgliederversammlung in deren Verlauf der Vorstand zunächst von seiner Arbeit im Jahr 2019 berichtete, die vor allem von dem Prozedere der Namensänderung des Instituts bestimmt war. Mit großer Zufriedenheit konnte bekanntgegeben werden, dass sowohl der Name „Franz-Kett-Pädagogik GSEB“ und auch das Logo nun markenrechtlich eingetragen und geschützt sind. Auch der Bericht des Kassenwartes war von dem Thema Namensänderung bestimmt, da Materialien aus dem Franz Kett-Verlag mit dem alten Namen vernichtet werden mussten und nun neu aufgelegt werden müssen und das Institut für diesen Schaden aufkommen möchte. Am Ende wurde aber sowohl der gesamte Vorstand als auch der Kassenwart entlastet.

Im Fortgang der Sitzung wurden die Mitglieder des Vorstandes in ihrem Amt bestätigt bzw. neu gewählt. Für Antje Buggisch, die bisher als Schriftführerin Verantwortung für viele Protokolle getragen hat und nach 8 Jahren den Vorstand verlässt, wurde Arpad Szabo in den Vorstand gewählt. Für die Bearbeitung unserer Website wurde Ralf Knauer als neuer Administrator bestätigt. Er übernimmt diese Arbeit von Antje Buggisch und ihrem Mann, die seit vielen Jahren die Website mit viel Engagement für das Institut gestaltet und betreut haben.

Das Ausbildungskonzept war ein weiteres wichtiges Thema mit dem wir uns in der Mitgliederversammlung beschäftigten. Hier sind immer wieder Änderungen zu diskutieren, aufgrund der Erfahrungen, die in den laufenden Basis- und Multiplikatorenkursen gemacht wurden. Auch sind im vergangenen Jahr die Anfragen an das Institut nach Kursen stark gestiegen. Es wird immer schwieriger Kursleiter*innen und Trainer*innen zu finden, um den Anfragen nachzukommen. Darum wurde über einen Antrag entschieden, der dem Vorstand den Auftrag erteilt, zu prüfen, ob das Institut eine Stelle für einen hauptamtlichen Fortbildner*in, evtl. in Teilzeit, schaffen kann.

Berichte aus dem tschechischen Institut, das 2020 mit einem Symposion in der Nähe von Budweis sein 10jähriges Bestehen feiert, aus Rumänien und Ungarn führten uns vor Augen, wo die die Franz-Kett-Pädagogik GSEB Anhänger*innen findet und wie sie sich weiter verbreitet. Bevor die Sitzung am späten Abend zu Ende ging wurde den Mitgliedern Zertifikate überreicht, …

… die sich 2019 zur Multiplikatorin oder zur Franz-Kett-Pädagogin GSEB zertifiziert hatten und Antje Buggisch wurde mit viel Applaus aus dem Vorstand und dem Zertifizierungsausschuss verabschiedet. Auch hier sei Antje für ihre langjährige aktive Mitarbeit im Vorstand ein ganz herzliches „Vergelt‘s Gott, gesagt.

Die Fachtagung am Samstag und Sonntag war prall gefüllt mit interessanten Gesprächen, besonderen Begegnungen, berührenden Liedern und musikalischen Beiträgen, neuen Perspektiven und der Bestätigung bewährter Thesen und Themen, die den Weg der Franz-Kett-Pädagogik GSEB prägen und gestalten.

Vor einem Podiums-Gespräch mit unserem wissenschaftlichen Berater Prof. R. Boschki, mit Franz Kett, Margot Eder und Petra Ostermann gaben zunächst einige Mitglieder ihr ganz persönliches Statement, wie sie zu der Pädagogik gekommen sind, was für sie das Wichtigste, das Herzstück der Pädagogik ist und welche Fragen sie für die Zukunft sehen. Auch die Podiumsteilnehmer*innen ließen uns an tiefen, persönlichen Erfahrungen teilhaben. Es wurde berichtet von Erfahrungen wie Wertschätzung und Annahme der eigenen Person, das Empfinden von Authentizität der „vermittelnden“ Personen, die Achtung für das Dasein, den Augenblick und das Leben, die Unterstützung in der eignen Persönlichkeitsentwicklung und der Suche nach dem Lebenssinn. Mehrmals wird von religiöser Berührtheit berichtet.

Professor Boschki und Franz Kett erläuterten noch einmal die Grundlagen der Pädagogik bevor in Gruppengesprächen der Mitglieder über Fragen und Thesen für die Zukunft diskutiert wurde. Im zweiten Teil des Tages erläuterte Professor Boschki die Entwicklung der Franz-Kett-Pädagogik GSEB aus seiner Sicht und bestätigte, dass es sich hier um einen beziehungsorientierten, pädagogischen Grundlagenansatz handelt der auch bei anderen Wissenschaftlern*innen inzwischen Beachtung und Anerkennung findet. So wird es zu unserer Aufgabe in der Zukunft, noch mehr Menschen für diesen Weg zu begeistern. Wie wir das erreichen können, war eine der am häufigsten gestellte Frage für die Zukunft.

Zum Abschluss des Tages feierten wir einen wunderbaren, stimmungsvollen Gottesdienst, der uns Gelegenheit gab, Vergangenes vertrauensvoll in Gottes Hände zu legen. Dazu gehörte auch die Erinnerung an Menschen, die uns verlassen haben, die wir aus unserem Glauben heraus nun aber ganz nah bei Gott wissen. Um symbolisch den Weg für Neues zu bereiten wurden mit Hilfe einer Startfahne Wünsche für die Zukunft des Instituts auf den Weg geschickt, die wir unter Gottes Segen stellen wollen.

Am Sonntagvormittag erlebten wir eine Gestaltung, in der uns Franz Kett die ursprünglichen und grundlegenden Elemente und Schritte der Pädagogik vor Augen führte. Es waren für mich bewegende Momente, als er, nun selbst ein alter, weiser Mann, die Geschichte von Simeon gestaltet, der im Tempel mit Freude das Jesuskind in den Armen hält. Dabei stand das Geschenk des Lebens im Mittelpunkt und die Wichtigkeit der Begleitung durch Vater und Mutter, der Begleitung durch Menschen, die sich über das Lebensgeschenk freuen und ihm zur Entfaltung helfen möchten.

Dass diese Haltung ein elementares Element unserer Pädagogik ist, spürte man über das ganze Wochenende im Umgang der Besucher untereinander. Es herrschte eine Atmosphäre der freundschaftlichen Anerkennung und Unterstützung, in der Freude aber auch Trauer miteinander geteilt wurde. Die schlichte Hinführung zur Anschauung von Franz Kett gestaltete Monika Maier. Die Wichtigkeit der kleinen Schritte, die uns Franz Kett deutete, fasste diese Stimmung wunderbar zusammen.

Franz-Kett-Pädagogik GSEB – Daseinspädagogik, Beziehungspädagogik, Pädagogik der Herzensbildung und Selbstentwicklung, eine geprägte Pädagogik mit christlichem Herz, die dem Suchenden einen Sinn- und Seinsgrund anbietet, eine Pädagogik, die in den Menschen, die sich mit ihr beschäftigen, etwas anstoßen kann, etwas zum Schwingen bringen kann – eine Form von Resonanzpädagogik?

Barbara Albrecht

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