Eindrücke über die Sommerwoche in Steinerskirchen

25. – 29. Juli 2022 / Zeig mir deine Wunde! – Leben und Lernen mit Verletzungen

Begegnung, Freude, Betroffenheit, Vielfalt, Glauben, Verbundenheit, Spiel, Lachen, Tanzen, Kreativität, Dankbarkeit, Offenheit –  ein paar Worte, die mir spontan zur Sommerwoche in der Oase Steinerskirchen einfallen.

Unsere gemeinsame Woche startete am Montagnachmittag als nach und nach die insgesamt 36 Teilnehmenden mit Vorfreude ankamen. Die bezaubernde Umgebung, die einzigartige Stimmung der Oase, der nette Empfang, die bekannten Gesichter (diesmal schon ohne Maske), die Freude am Wiedersehen und die Offenheit gegenüber den „Neulingen“ prägten auch schon den ersten Tag. Im Laufe des Nachmittags und abends konnten wir unsere Wünsche und Hoffnungen auf diese gemeinsame Zeit mitteilen und stiegen schon in das Wochenthema mit zwei Anschauungen ein. Erstmal konnten wir einer Schale mit allen Sinnen begegnen und darin das Wesentliche, den Kern des Gegenstandes entdecken und auf unser Leben bezogen interpretieren. Als Möglichkeit wurde uns auch angeboten, während der Woche aus Scherben unsere eigenen Kunststücke kreativ zu gestalten und als Erinnerung mit nach Hause zu nehmen.  Die asiatische Geschichte mit dem Titel „Der Sprung in der Schüssel“ haben wir gestaltet, berührte das Herz und eröffnete neue Perspektiven zur Hoffnung und Wertschätzung durch die Anschauung.

Am Dienstag durften wir unseren Gastprofessor Dr. Thomas Müller aus Würzburg herzlich willkommen heißen. Sein vielfältiger, mit vielen Praxis-, Kunst- und Literaturbeispielen bereicherter Vortrag war der fachliche Höhepunkt der Woche, der uns die ganze gemeinsame Zeit und darüber hinaus noch weiterbeschäftigte. Der Tag endete mit einer Heilungsgeschichte aus dem Markusevangelium. Wir betrachteten unsere Hände, die vom Leben erzählen und die uns handlungsfähig machen, und machten uns mit der Bibelgeschichte vertraut, als Jesus den Mann mit der verdorrten Hand zum Handeln ruft: „Streck deine Hand aus!“ und wie aus Leblosem etwas Lebendiges wird.

Den Mittwochvormittag widmeten wir noch der Aufarbeitung und der Reflexion und ließen den Vortrag in uns ausklingen. Nach einem freien Nachmittag erlebten wir miteinander eine tiefgehende Anschauung mit dem Thema „Brüche – Bruchstücke – Mosaiken“, bei der sowohl der Leib als auch die Seele mitschwangen. Den Tag schlossen wir mit unserem schon traditionellen bunten Abend und mit Köstlichkeiten aus den verschiedenen Ländern.

Am Donnerstag schauten wir genauer darauf, welche Bedeutung die Inhalte des Vortrages in Bezug auf unsere Pädagogik haben. Mit dieser Lupe versuchten wir die Anschauung vom Vorabend genauer zu analysieren und aus diesem konkreten Beispiel zu lernen. An diesem Tag hatten die zukünftigen Franz Kett Pädagog*innen auch die Möglichkeit an einem Teil der supervidierten Praxis teilzunehmen und ihre Kenntnisse zu vertiefen.  Zur Abrundung der Woche kam am Donnerstagabend Herr Franz Kett zu Besuch, um mit uns gemeinsam Gottesdienst zu feiern. Die heilige Messe war die Krönung unseres Beisammenseins. Das Evangelium, als Jesus seine Wunden Thomas zeigt, der gebrochene Kelch, in dem die Hostien waren, die „himmlischen“ Gestaltungen und noch viele berührente Momente und Gesten bewegten das Innere.

Anschließend konnten wir noch mit Herrn Kett singen und tanzen, ihm zuhören und uns über seine Anwesenheit zutiefst freuen. In diesen feierlichen, besonderen Momenten wurden die Zertifikate der neuen Multiplikator*innen und Franz Kett Pädagog*innen persönlich von Franz Kett überreicht.

Am Freitag kam die Zeit des Rückblicks – kaputte Gegenstände haben ihre Geschichte sehr kreativ und humorvoll erzählt – die Zeit des Ausblicks auf die Zukunft und auch der Verabschiedung.

In diesen Tagen hatten wir die Möglichkeit auf unsere eigenen Verletzungen zu schauen und über die Begrenztheit und Zerbrechlichkeit des Lebens nachzudenken. Neben der Besinnung konnten wir uns fachlich austauschen, Erfahrungen aus unserer Praxis und Alltag besprechen, einander und Gott näherkommen. Es fehlte uns aber auch nicht die Zeit für Spaß, Lachen und Tanzen, wodurch unsere Gemeinschaft noch stärker wurde.

Gott sei Dank für diese Woche in Steinerskirchen!

Zsuzsi Majoros

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